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Supplement mit erstaunlichen Eigenschaften
Tyrosin hilft bei Stress

Eigenschaften von Tyrosin

Tyrosin ist eine sogenannte nicht-essentielle Aminosäure. Das bedeutet in diesem Fall, dass der Körper Tyrosin auch aus der (essentiellen) Aminosäure Phenylalanin herstellen kann. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Zufuhr von Penylalanin. Ist die nicht gegeben, dann wird Tyrosin ebenfalls essentiell.

Der Begriff "Tyrosin" leitet sich aus dem griechischen Wort "Tyri" ab, das Käse bedeutet.

Tyrosin erfüllt im Körper eine Vielzahl von Funktionen, da es der Ausgangsstoff für eine Reihe von Hormonen bzw. Botenstoffen ist. Die wichtigsten dieser Stoffe sind die folgenden.

  • Adrenalin und Nordrenalin
  • Schilddrüsenhormone
  • Neurotransmitter
  • Melanin

Tyrosin: Ausgangsstoff für Neurotransmitter

Interessant ist im Rahmen dieses Artikels insbesondere, dass Tyrosin auch der Ausgangsstoff für bestimmte Neurotransmitter ist. Neurotransmitter sind Botenstoffe, die im Gehirn produziert werden. Sie spielen eine Rolle, wenn Signale von einer Nervenzelle zur anderen übertragen werden. Das läuft so ab, dass ein Signal bei einer Nervenzelle ankommt, die dann einen Neurotransmitter wie eine kleine Wolke ausschüttet. Erreicht diese Neurotransmitter-Wolke die nächste Nervenzelle, dann nimmt diese das Signal auf und gibt es ebenfalls weiter.

Im Gehirn werden diese Neurotransmitter dann verstärkt ausgeschüttet, wenn man konzentriert und erfolgreich an einer konkreten Aufgabe arbeitet. Das kann z.B. bei einem Software-Programmierer der Fall sein, der sich eine elegante Lösung überlegt hat und dabei ist diese umzusetzen. Oder auch bei einem Chirurgen, der einen komplizierten Eingriff durchführt, und bei dem alles nach Plan läuft. Man nennt das auch "Flow", und gekennzeichnet ist dieser dadurch, dass sich Herzschlag, Atmung und Blutdruck synchronisieren, und man das Zeitgefühl etwas verliert, weil die Aufgabe stark im Vordergrund steht.

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Möglicher Tyrosin Nutzen

Tyrosin könnte zum einen die Ausdauerleistung verbessern, zum anderen die geistige Leistungsfähigkeit steigern helfen. Letzteres insbesondere in Stress-Situation.

Zur Tyrosin Wirkung im Zusammenhang mit der Ausdauer findet man nicht viele Studien. Die aussagekräftigste soll hier skizziert werden.

Erstaunlicherweise ist die Wirkung von Tyrosin zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit in Stress-Situationen recht oft untersucht worden. Durchgeführt hat diese Studien meist das US Militär. Wie es aussieht, war man auf der Suche nach geeigneten Mitteln um die Truppen in Gefechtssituationen so belastbar wie möglich zu machen. Außer Tyrosin wurden auch noch diverse Mittel anderen Kalibers unter die Lupe genommen, wie z.B. Phentermin und Modafinil. Unter Stress versteht man in diesen Studien nur zum Teil psychischen Stress, wie man ihn selbst von der Arbeit o.ä. kennt. Es wurde u.a. untersucht, wie Soldaten auf Schlafentzug reagieren und was passiert, wenn man sie "ungünstigen" Bedingungen wie Kälte oder niedrigem Luftdruck (Höhe) aussetzt.

Die Ergebnisse einiger solcher Studien sollen hier ebenfalls vorgestellt werden.

Tyrosin und die Ausdauerleistung

Es sind mehrere Wege denkbar, auf denen Tyrosin die Ausdauerleistung verbessern könnte. Eine Möglichkeit hängt mit Serotonin und dem Verhältnis von Serotonin zu Dopamin zusammen. Dazu muss man wissen, dass ein erhöhter Serotonin-Spiegel mit dem Phänomen der zentralen Ermüdung in Verbindung gebracht wird. Und genauso wie Tyrosin ein Dopmanin-Vorgänger ist, so ist Tryptophan ein Serotonin-Vorgänger. Man weiß auch, dass Tryptophan und Tyrosin an der sogenannten "Blut-Hirn-Schranke" um die Aufnahme ins Gehirn konkurrieren. Die Idee ist daher, durch eine erhöhte Tyrosin-Zufuhr das Verhältnis von Tyrosin zu Tryptophan zugunsten von Tyrosin zu verschieben, so dass mehr Tyrosin und weniger Tryptophan ins Gehirn gelangt. Dadurch soll im Gehirn mehr Dopamin und weniger Serotonin erzeugt und so der zentralen Ermüdung entgegengewirkt werden.

Um diese Theorie zu testen, wurde 2001 eine Studie an der Brigham Young University (Provo, Utah, USA) durchgeführt, an der neun Radsportler teilnahmen.

Die Probanden mussten insgesamt viermal einen Ausaduertest auf dem Ergometer absolvieren. Der sah so aus, dass zunächst 90 Minuten bei nicht maximaler Leistung gefahren wurde. Im Anschluss daran musste ein bestimmtes Arbeitspensum auf Zeit bewältigt werden. Die vier Tests lagen jeweils eine Woche auseinander, und was sich jedesmal unterschied, war die Supplementierung, für die es vier Varianten gab:

  • Tyrosin + Kohlenhydrate
  • Kohlenhydrate
  • Tyrosin
  • Plazebo

Dazu erhielt jeder Teilnehmer während jedem Ausdauertest insgesamt sechs Drinks. Wenn Tyrosin verabreicht wurde, dann je Drink mit 25 mg pro kg Körpergewicht. Bei 70 kg Körpergweicht demnach sechs Drinks mit je 1,75 Gramm, also insgesamt 10,5 Gramm Tyrosin. Wann ein Sportler welches Supplement erhielt, wusste er nicht, da die Plazebo-Drinks sich geschmacklich nicht von den anderen unterschieden.

Die sechs schnellsten Zeiten wurden mit Tyrosin + Kohlenhydraten gefahren. Im Mittel waren die Zeiten abhängig vom Supplement wie folgt:

Supplement Zeit
Tyrosin + Kohlenhydrate 26,11 min
Kohlenhydrate 27,17 min
Tyrosin 32,64 min
Plazebo 34,44 min

Im Vergleich zwischen Tyrosin + Kohlenhydrate und Kohlenhdyrate alleine sowie zwischen Tyrosin und Plazebo, erkennt man, dass die Zeiten mit Tyrosin tendenziell etwas besser sind. Für eine statistische Signifikanz waren die Unterschiede aber nicht deutlich genug.

Während der Studie wurden noch einige weitere Parameter gemessen. Einer davon war die RPE (Rate of Perceived Exertion), zu Deutsch das "Anstrengungsempfinden". Das ist das subjektive Empfinden, wie anstrengend eine bestimmte Leistung ist. Infos dazu findet man z.B. bei Zeitschrift-sportmedizin.de.

Beim Anstrengungsempfinden ließ sich dann auch ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Tyrosin und Plazebo feststellen. Die RPE war niedriger, wenn Tyrosin verabreicht wurde. Mit Tyrosin empfanden die Radsportler den Ausdauertest daher weniger anstrengend als ohne.

Was kann man aus dieser Studie folgern? Aus Sicht des Autors liefert die Studie einen Hinweis, dass sich durch Tyrosin die Ausdauerleistung steigern lassen kann. Einen Beleg liefert sie jedoch nicht, da die statistische Signifikanz fehlt.

Tyrosin zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit

Bis Ende der 1980er Jahre gab es nur Tierversuche zur Gabe von Tyrosin in Stress-Situationen. Man hatte festgestellt, dass sich in solchen Situationen die Mengen von Noradrenalin und Dopamin im Gehirn der Versuchstiere deutlich vermindern, was zu Verhaltensstörungen führen kann. Und man hatte auch herausgefunden, dass sich sowohl die neurochemischen Defizite, als auch das gestörte Verhalten durch die Gabe von Tyrosin merkbar verbessern lassen.

Im Jahr 1989 begann die US Army damit die Zusammenhänge rund um Tyrosin am Menschen zu untersuchen. In der ersten Studie ging es um "Environmental Stress", die Soldaten wurden also ungünstigen äußeren Bedingungen ausgesetzt.

Das sah im Detail so aus, dass 23 Soldaten im Alter von 18 - 20 Jahren zunächst eine Menge von 50 mg Tyrosin je kg Körpergewicht oder einen Plazebo erhielten. Also in der Tyrosin-Gruppe z.B. 3,5 Gramm bei 70 kg. Dann wurden sie 4,5 Stunden lang einer von drei Umweltbedingungen ausgesetzt.

  • 15 Grad Celsius und 4.200 Höhenmeter
  • 15 Grad Celsius und 4.700 Höhenmeter
  • 22 Grad Celsius und 550 Höhenmeter

Vierzig Minuten nach Start des Versuchs gab es dann noch einmal Tyrosin oder Plazebo.

Nach den 4,5 Stunden ließ sich statistisch signifikant zeigen, dass die Tyrosin-Gruppe den Versuch besser gemeistert hatte. Kopfschmerzen, Kälteempfindung, Stress-Symptome, Zeichen von Erschöpfung, und Schläfrigkeit waren weniger ausgeprägt als in der Plazebo-Gruppe. Gleiches galt für Stimmungslage, geistige Klarheit und innere Anspannung. Die Höhe (4.200 oder 4.700 m) spielte dabei keine Rolle. Zusätzlich mussten die Soldaten im Anschluss an die 4,5 Stunden drei Tests machen, bei denen mathematische Aufgaben, Kartlenlesen mit Kompass und Mustererkennung auf dem Programm standen. Auch hier schnitt die Tyrosin-Gruppe besser ab.

In einer Studie aus dem Jahr 1995 untersuchte man die Wirkung von Tyrosin bei US Marines während einer Nacht ohne Schlaf. Dazu ging man vor wie folgt.

  • Das Experiment begann um 19:30 h und endete um 8:30 h, so dass die Teilnehmer am Ende 24 Stunden lang nicht geschlafen hatten.
  • Während den 13 Stunden, die das Expirement dauerte, mussten die Marines Augaben erledigen, mit denen die Gedächtnisleistung und die Stimmungslage gemessen wurde.
  • Sechs Stunden nach Beginn des Experiments (also um 1:30 h), erhielt die Hälfte der Teilnehmer 150 mg Tyrosin je kg Körpergewicht. Bei 70 kg daher 10,5 Gramm. Die andere Hälfte erhielt einen Plazebo.

Ergebnis waren bessere Leistungen in der Tyrosin- als in der Plazebo-Gruppe. D.h., dass die geistigen Fähigkeiten in der Tyrosin-Gruppe merkbar weniger nachließen. Das galt insbesondere für Nachführaufgaben ("Tracking Tasks") und das Arbeitsgedächtnis ("Running Memory"). Zudem fühlten die Tyrosin-Konsumenten sich weiger erschöpft und weniger schläfrig. Die Verbesserung durch Tyrosin hielt für ca. 3 Stunden an. Nebenwirkungen konnten keine festgestellt werden.

Fazit Tyrosin

Tyrosin ist ein Supplement, dessen Unterstützung beim Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit in Stress-Situationen als erwiesen angesehen werden kann. Also das ideale Mittel bei Klausuren, nächtlichen Lern-Einheiten oder bei beruflichem Stress? Gut möglich, denn die Studien der US Militärs fanden z.T. unter ähnlichen Bedingungen statt.

Wie die Studie zur Ausdauerleistung zeigt, lässt sich eine direkte Wirkung auf die physische Performance nicht statistisch signifikant nachweisen. Signifikant war dort aber der Effekt beim Anstrengungsempfinden. Und so könnte Tyrosin auch im Bodybuilding unterstützen. Indem das Anstrengungsemfinden sinkt, man sich mehr auf das Training konzentriert und ablenkende Faktoren in den Hintergund treten.